Was ist Divertikulitis?

Einer Divertikulitis geht eine Divertikulose voraus. Das bedeutet, dass – vorwiegend im unteren Teil des Dickdarms – Ausstülpungen der Darmwand zu finden sind. Diese werden Divertikel genannt. Wenn Nahrungsbrei in den Ausstülpungen liegen bleibt, kann es zu Entzündungen kommen, also einer Divertikulitis.

Divertikulitis Risiko durch ballaststoffarme Ernährung

Das Risiko, an einer Divertikulitis zu erkranken, wird durch eine ballaststoffarme und fleischreiche Ernährung erhöht. Durch die fehlenden Ballaststoffe sinkt das Stuhlvolumen und der Stuhl liegt länger im Darm. Durch einen hohen Fleischkonsum steigen im Darm die “Fäulnisbakterien” an. Beides begünstigt die Bildung von Entzündungen, die schubweise auftreten können.

Divertikulitis Symptome

Eine Divertikulose bleibt häufig unbemerkt. Wenn es aber zu einer Entzündung kommt, können Schmerzen im Unterleib, Fieber und mehrfache Stuhlentleerung hintereinander auftreten.

Bei einer eitrigen Entzündung kann es zu Rissen in der Darmwand oder Fistelbildung kommen. Daher sollte bei starken Symptomen immer sofort ein Arzt aufgesucht werden.

In den meisten Fällen verläuft eine Divertikulitis jedoch unkompliziert und heilt von alleine wieder ab.

Divertikulitis Ernährung in der akuten Phase

Bei einer akuten Entzündung setzen Ärzte meist in den ersten Tagen auf eine flüssige Ernährung mit Tee, Brühe, Suppe oder flüssig-passierten Gerichten.

In den ersten Wochen der abklingenden Entzündung werden ballaststoffarme lebensmittel empfohlen, um den Darm so wenig wie möglich zu belasten.

In der akuten Phase lautet das Motto der Ernährung: “gekocht, gedünstet, gedämpft”

Divertikulitis Ernährung: Liste der ballaststoffarmen Lebensmittel

  • Fleisch, Fleischbrühe, Fisch
  • Wurstwaren
  • Milchprodukte, Joghurt, Sahne, Quark
  • Butter, Margarine, Öle
  • Käse
  • Obst- und Gemüsesäfte
  • Weißmehlprodukte, süßes Brot, Reis, Nudeln
  • gekochtes Gemüse, wie Karotten, Spinat

Was sollte man bei Divertikulitis nicht essen?

  • Rohes Gemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Kohlgemüse, Lauch, Zwiebeln
  • Obst mit Schale
  • Vollkornprodukte, Müsli

Darf man bei einer Divertikulitis Kaffee trinken?

Auch auf Kaffee sollte man bei Divertikulitis verzichten, da die Inhaltsstoffe die Darmbewegung zusätzlich anregen können.

Vorbeugende Divertikulitis Ernährung 

Nach der akuten Entzündung soll der Ballaststoffanteil nach und nach erhöht werden, bis auf ungefähr 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe am Tag. Das bedeutet, dass wieder vermehrt Vollkornprodukte, Rohkost und ungeschältes Obst auf den Tisch kommen.

Um den Stuhl voluminös und weich zu halten, können Leinsamen oder Flohsamenschalen helfen. Wenn solche Quellmittel eingenommen werden, muss dringend auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – am besten trinkt man mindestens zwei Liter Wasser am Tag.

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Mahlzeiten in Ruhe eingenommen und stets gut gekaut werden. Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren können ebenso wie Probiotika und Sauermilchprodukte helfen, Entzündungen im Darm vorzubeugen.

Eignet sich die Divertikulitis Ernährung zum Abnehmen?

Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Bildung von Divertikeln im Darm. Das heißt, grundsätzlich hilft eine gewichtsabnahme, das Risiko für die Erkrankung zu minimieren. In einer akuten Entzündungsphase, vor allem mit rein flüssiger Kost über einige Tage, wird der Betroffene sicherlich auch einige Kilos verlieren. Das ist aber nicht das vorrangige Ziel.

Eine ballaststoffreiche Ernährung, wie sie zur Vorbeugung einer Entzündung bei Divertikulose empfohlen wird, ist nicht per se eine Ernährung, mit der man abnimmt. Insgesamt sollte die Kalorienzufuhr und der Kalorienverbrauch beachtet werden.

Eine Ernährung, die vorwiegend auf frisches Obst und Gemüse mit Vollkornprodukten setzt, kann aber eine Hilfe bei der gewichtsabnahme sein.